1. VC Norderstedt rutscht auf Abstiegsplatz ab
90 Minuten lang, bis zur Schlussphase des vierten Satzes, war die Welt der Zweitliga-Volleyballerinnen des 1. VC Norderstedt gegen das zweite Team des VT Aurubis in Ordnung.
Doch am Ende standen für die seit Rückrundenbeginn sieglosen Gastgeberinnen mit dem 2:3 (25:23, 16:25, 25:17, 20:25, 2:15) wieder eine Niederlage und somit das erstmalige Abrutschen auf den Abstiegsrang elf zu Buche.
Dabei hatte das Team von Trainer Thomas Schmidt dem Tabellensechsten einen beherzten Kampf geliefert. Mit 1:0 und 2:1 Sätzen ging der VCN vor 60 Zuschauern in der heimischen Moorbekhalle in Führung. Und auch im vierten Durchgang schienen die Zeichen auf Sieg zu stehen. Die Gastgeber hatten sich vom 6:13-Rückstand - unter anderem durch Aufschlagserien von Katrin Rehfeldt (6) und Annalena Broscheit (4) - eine 19:16-Führung erarbeitet. Alles sprach für den Favoritensturz. Doch stattdessen stürzte das gesamte VCN-Team über einen einzigen unglücklichen Moment.
Lena Janning und Alexandra Schuda waren sich nicht einig, wer den Ball nehmen sollte - 19:17. Eine Szene, wie sie immer passieren kann. "Aber es schien so, als sei ein Schalter umgelegt worden", sagte Coach Schmidt. Nach dem Patzer gelang dem VCN, der nun kaum noch eine Annahme sauber hinbekam, lediglich ein aktiv erspielter Punkt. "Ein solches Match wird über Aufschlag und Annahme entschieden", sagte Routinier Katrin Rehfeldt, "zu schade, dass wir unsere gute Leistung nicht durchgehalten haben."
Das dürfte auch Elisabeth Speiser (40) gedacht haben, die ihre Zweitligapremiere für den VCN feierte. Die Österreicherin war vor einiger Zeit ihrem in Hamburg arbeitenden Mann gefolgt und wollte sich im dritten Team des VCN fit halten. "Aber vor 20 Jahren habe ich in Österreich in der ersten Liga gespielt, und deshalb hat mich Thomas Schmidt doch noch hochgezogen", sagte "Sissi", wie sie von ihren Mannschaftskolleginnen gerufen wird. Und sie bringt Optimismus ins Team: "Wir werden den Klassenerhalt schaffen."
Dafür muss der 1. VC Norderstedt allerdings zwei der noch verbleibenden drei Spiele gewinnen. "Wir stehen am Sonntag beim TSV Rudow Berlin unter Zugzwang", sagte Thomas Schmidt, "aber danach erhalten wir volle Unterstützung aus dem Regionalliga-Team." Bleibt zu hoffen, dass die Hilfe nicht zu spät kommt...(ust)
